Gehasst, verdammt, vergöttert: svenXL! Ein wenig Provokation musst du dir leider schon am Anfang gefallen lassen, Sven. Herzlich willkommen zu unserem Interview. Einer großen Vorstellung bedarf es wohl nicht, doch würde ich dich trotzdem bitten, unseren Lesern einen kleinen Überblick über deine Person zu verschaffen.
svenXL: Hola. Ich heiße Sven Schiller, bin 21 Jahre jung und wohne in der schönsten Stadt der Welt, Berlin. Ich studiere zurzeit BWL im zweiten Fachsemester, treibe viel Sport und im virtuellen Leben kennt man mich (oder auch nicht) unter „svenXL“. In der Vergangenheit war ich für Teams wie z.B. B4Y, TBH, my* usw. tätig und spiele momentan für den Clan snook.
Jetzt wo wir deine Eckdaten im Kopf haben, was ist denn so XL an dir?
svenXL: Mein Penis! Das war doch mit Sicherheit die Antwort, die du hören wolltest, oder? :) Nein, mein Nickname ist damals beim Rumscherzen mit RSK68 auf meiner ersten EPS Lan Relegation in Berlin entstanden. Im Endeffekt ging es nur um die Trikotgröße, welche XL ist.
Als Namensvetter des großen Schiller hast du besimmt eine große Karriere angepeilt. Wie sieht es bei dir beruflich aus?
svenXL: Ich studiere erst seit zwei Semestern und folglich ist es ziemlich schwierig eine Aussage über eine „Karriere“ zu treffen. Bis hier hin läuft alles sehr gut, hoffen wir, dass es so weiter geht.
"Snook hat bisher jede EPS Saison auf dem 13. Platz beendet. Warum sollen wir Gewohnheiten ändern? Mit einem 13. Platz und dann einer erneuten erfolgreichen Relegation wäre ich zufrieden (lacht)." (escene.de, 18.08.10) Ist das Lachen mittlerweile verstummt?
svenXL: Ahwas, so schnell verstummt mein Lachen nicht. Der 11. Platz ist durchaus zufriedenstellend, es ist die beste Platzierung die snook jemals erreicht hat. Vor allem bei dem minimalen Aufwand, der betrieben wurde. Wir hatten uns auf die Spiele sowie auf die Lan Relegation gar nicht vorbereitet und somit war das Ausscheiden auf der Relegation kein Wunder – nur eine logische Konsequenz. Trotzdem finde ich es natürlich schade, dass snook in der kommenden Saison der Königsklasse nicht vertreten sein wird, aber immerhin repräsentieren die Teams der ESL Pro Series die höchste deutsche Spielklasse und deswegen sollten in dieser auch nur Teams spielen, die ehrgeizig sind und was erreichen wollen. Bei uns dagegen stand bzw. steht nicht der Erfolg sondern der Spaß im Vordergrund. Den Spaß können wir auch in der 345 haben.
Jetzt mal Butter bei die Fische. Du bist seit langer Zeit Bestandteil der ESL Pro Series. In Brühl musstet ihr euch u.a. den SNOGARD Dragons ergeben, die mit Anil 'cLy' Gülec eventuell einen Spieler der nächsten Generation in ihren Reihen hatten. Wie sehr schmerzt es dich als alten Hasen gegen solche jungen Burschen zu verlieren? Ist deine Zeit in Counter-Strike vielleicht abgelaufen?
svenXL: Wie gesagt, wir haben in dieser Saison wirklich den Spaß in den Vordergrund gestellt und sind mit keinen Ansprüchen in die Saison gegangen. Daher war die Relegationsteilnahme auch schon eine Überraschung. Das Ausscheiden schmerzt nicht wirklich, es überwiegt eher die Freude, dass wir uns alle mal wieder gesehen haben. Ich denke man kann da durchaus von einem normalen Prozess sprechen, dass irgendwann ein Zeitpunkt kommt, wo sich die „jungen Wilden“ gegen die „alten Hasen“ durchsetzen. Wenn man viel Zeit in ein Spiel investiert, motiviert und lernbereit ist, setzt man sich irgendwann durch. Das aber auch die „alten Hasen“ wieder auf die „Erfolgsspur“ zurück finden können, hat Blizzard eindrucksvoll gewiesen. Einfach wieder etwas mehr Zeit investiert und schon ist er (wieder) zu einem der wichtigsten Spieler Deutschlands geworden. Meine Zeit ist erst dann abgelaufen, wenn mir das Spiel keinen Spaß mehr macht.